Zum Inhalt der Seite gehen


Guten Morgen. Grindavík 🇮🇸 wurde heute früh wieder mal evakuiert. Ein neuer Vulkanausbruch steht bevor. Vermutlich wieder außerhalb des Ortes, zwischen den Bergen Sýlingarfell und Stóri Skógfell.

https://www.ruv.is/frettir/innlent/2025-04-01-kvikuhlaup-hafid-a-reykjanesskaga-grindavik-rymd-440260

#island #iceland #eldgos
Eine Karte zeigt die südwestlich gelegene isländische Reykjanes-Halbinsel. Viele rote Punkte markieren rund um Grindavik eine Serie leichter Erdbeben. Ein X-Y-Diagramm zeigt, dass die meisten in den letzten Minuten stattgefunden haben.
Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (4 Tage her)
Rot markiert die Stelle, wo es mutmaßlich losgehen könnte. Da war ich vor ein paar Wochen. Das Problem ist die Topografie: Die Blaue Lagune und das Kraftwerk Svartsengi (links am blauen See) liegen in einer Senke. Deshalb stehen dazwischen jetzt ~16m hohe Schotterbarrieren.

Die grau markierten Flächen sind das frische Lavagestein aus dem letzten Jahr. Die haben jeweils die Topografie um mehrere Meter erhöht. Deswegen wird man die Dämme ggf. weiter anheben müssen, wenn sehr viele Lava kommt.
Karte. Graue Flächen zeigen alte Lava, die als Zunge von west nach ost geflossen ist in die Nähe der blauen Lagune und des Kraftwerks Svartsengi.
Blick von einem Damm mit gerade Straße darauf, alles verschneit, in der Ferne schwarze Berge.
Isländischer Rundfunk RÚV berichtet:

"Die Deformation ist stärker als die bei den jüngsten Ereignissen in der Sundhnúk-Kraterreihe. Dies zeigt, dass eine beträchtliche Menge Magma in Bewegung ist.

Es sieht so aus, dass sich das Magma sowohl nach Nordosten als auch nach Süden in Richtung Grindavík bewegt. [...] eine Verschiebung der Deformationsmarkierungen nach Süden wurde beispielsweise bei der Eruptionim November 2024 nicht beobachtet."

https://www.ruv.is/frettir/innlent/2025-04-01-kvikuhlaup-hafid-a-reykjanesskaga-grindavik-rymd-440260 /via GTranslate
Hier gibt es ein paar Webcams. Bislang nichts Auffälliges. Der aufsteigende Dampf an ein paar Stellen kommt vermutlich von der alten Lava, die hier immer noch das Grundwasser durchwärmt:

https://icelandmonitor.mbl.is/news/news/2025/03/17/live_monitoring_the_situation_on_the_reykjanes_peni/
Es geht los. Laut isländischem Wetterdienst hat sich die Spalte direkt am nördlichen Schutzdamm von Grindavik geöffnet: 🌋

Webcam: https://www.youtube.com/watch?v=QZSDvR6izpo
Isländische graubraune Landschaft mit einem Tal, in dem an einer Spalte Lavafontänen in die Höhe schießen.
Die Spalte endet laut isländischem Rundfunk RÚV direkt am Lavaschutzwall, der Grindavík umgibt. Man sieht auf dem Bild nur das Forschungsgewächshaus, das schon bei den Erdbeben und Hebungen 2023 schwer beschädigt wurde - das steht direkt hinter dem Wall.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=QZSDvR6izpo
Webcam.Bild. Bemooste Landschaft, in der ferne schwarze alte Lava und in eine Spalte viele leucthend rötliche Lavafontänen.

Eingezeichnet ist ein Strich eine Lavaschutzdamms, direkt in Verlängerung der Fontänenspalte. Dahinter mit einem Pfeil: Ortsrand Grindavik
Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (4 Tage her)
Korrektur: Die Lavaspalte hat sich laut RÚV nun leider auch auf der Innenseite des Walls geöffnet, der Richtung Ort führt.

https://www.ruv.is/frettir/innlent/2025-04-01-sprungan-komin-i-gegnum-varnargardinn-nordan-grindavikur-440260
Ein Gewächshaus, ein schwarzer Deich, dahinter spritzen Lavafontänen in die Höhe.
Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (4 Tage her)
Eine neue Karte vom isländischen Wetterdienst zeigt den aktuellen Verlauf (12:00 MESZ) der Spalte. Auch dort wird bestätigt, dass er den Schutzwall untertunnelt hat.
Die Karte zeigt den Ort Grindavik, den Lavaschutzwall, eine gestrichelte Linie die hier direkt am Schutzwalk endet.
Die Spalte wandert weiter Richtung Ort. 😐

https://www.youtube.com/watch?v=Bqudj0x0POA
Webcambild schaut von außen hinter den Schutzwall von Grindavik. Man sieht das Gewächshaus, dahinter in einer Senke kleine Lavafontänen.
Laut isländischem Wetterdienst ist die Länge der Lavaspalte mittlerweile stabil und wächst kaum noch. Das Problem ist die Lava, die weiter fließt. Der größte Teil davon fließt zum Glück jenseits der Barriere. Die kleinere Spalte nahe des Ortsrands sendet Lava zunehmend Richtung Grindavik. Es sind wohl noch 500 Meter (Stand: 13:00 MESZ). Die Feuerwehr hält sich bereit, die Lava abzukühlen, um zu versuchen, ihren Weg zu lenken.

📷: MBL https://icelandmonitor.mbl.is/news/news/2025/03/17/live_monitoring_the_situation_on_the_reykjanes_peni/
Screenshot einer Webcam: In der Ferne das glitzende Meer, davor der Ort und davor die Spalte mit Lavafontänen. Hellgraue Lava bewegt sich Richtung Ort, scheint aber noch ein paar hundert Meter entfernt.
Interessantes Detail, zu dem Jóhanna Malen Skúladóttir vom isländischen Wetterdienst bei RÚV zitiert wird:

Die Bebenschwärme (hier seit heute 12:00 Ortszeit) deuten auf eine zweigeteilte Magmakammer hin. Es ist denkbar, dass auch weiter nordöstlich eine zweite Vulkanspalte öffnet.

Die Daten stammen von hier:
https://skjalftalisa.vedur.is/#/page/map
Karte der Reykjanes-Halbinsel im isländischen Südwesten. Runde Kreise markieren Erdbebenschwärme, die sich in zwei Gruppen aufteilen. Der eine bei Grindavik, der andere weiter nordöstlich im Zentrum der Halbinsel.
Guten Morgen! Kleines Update: Während der Lavaaustritt am Südende des Spaltes bei Grindavik abgeklungen ist, sah man zumindest gestern Abend auf der Nordseite noch vereinzelt glühende Lava.

Der Bebenschwarm hält an, hat sich aber nach Nordosten verlagert. Der isländische Wetterdienst deutet das als sich bewegende Magma, die aber 4-6 km tief unterwegs ist. Ob sie noch an die Oberfläche kommt, gilt als unwahrscheinlich, wird aber nicht ausgeschlossen.
Karte der Reykjanes-Halbinsel mit Kreisen, die die Erdbeben markieren. Sie folgen grob einer Linie, die Südwest-Nordost verläuft. Um Grindavik sind kaum Kreise eingezeichnet, viele dagegen weiter nordöstlich.
Das Diagramm zeigt die Beben und ihre Stärke der letzten zwei Tage. Gestern früh gab es plötzlich sehr viele Beben, die meisten in einer Stärke bis 3, wenige sogar bis knapp 5. Die Stärke der Beben nahm seit gestern früh leicht ab.
Webcambild, blaue Stunde. Berge, dunkles Lavagestein, rechts die Lichter von Grindavik. Man sieht kaum aufsteigenden Dampf und keine glühende Lava mehr.