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Ich möchte verstehen, warum sich gute Leute wie Cory Doctorow zu der 30-Millionen-Dollar-Geldsammlung "Free Our Feeds" zusammengeschlossen haben. Damit wollen sie Bluesky dezentralisieren und deren AT-Protokoll stärken, vor allem aber einen zukünftigen Zugriff und Kontrolle durch reiche Dritte verhindern. Für uns hier im Fediverse mit dem Flaggschiff Mastodon und dem W3C-Protokoll ActivityPub muss es unverständlich sein, warum diese Initiative etwas bei Bluesky erreichen will, was es hier schon längst gibt: Dezentralität und ein offenes Protokoll.

Um das zu verstehen, habe ich mir zwei Artikel von Cory Doctorow angeschaut, die er in den letzten Tagen veröffentlicht hat:
- "Defense (of the internet) (from billionaires) in depth" ( https://pluralistic.net/2025/01/23/defense-in-depth )
- "Enshittification isn't caused by venture capital" ( https://pluralistic.net/2025/01/20/capitalist-unrealism )

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#Fediverse #ActivityPub #Bluesky
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Cory erkennt ausdrücklich an, dass das Fediverse-Protokoll ausgereifter und die von ihm geforderte Dezentralität hier gegeben ist. Aber er hadert mit der Zahl aktiver NutzerInnen, vermutet, dass die bei Bluesky 20fach höher sei. Auch sei die führende Fediverse-Software Mastodon technisch unzulänglich: "Natürlich gibt es viele Gründe, Mastodon verbessern zu wollen. Viele der Funktionen von Mastodon sind absurd primitiv – das Fehlen von Threading-Unterstützung und Zitatverstärkung ist Mist, und die angeblich systemweite Suche mit Opt-in funktioniert nicht, selbst wenn man sich dafür entscheidet. Masto könnte sicher etwas von dem Geld gebrauchen, das Free Our Feeds verlangt, um Bluesky aufzupolieren. Das ist wahr, aber auch irrelevant. Mastodon hat etwa eine Million aktive Nutzer, während Bluesky zwanzigmal so viele hat. Ein paar Dollar pro Nutzer für die Softwareentwicklung zu sammeln, ist ein vernünftiges Ziel, aber zwanzigmal so viel zu sammeln, ist viel schwieriger." (Übersetzung DeepL)

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@ClemensG
Da fängt es doch an. Fortschrittliche Technik findest du bei Hubzilla und Friendica. Da wurden solche Dinge ohne Geldspritze (FOSS) gelöst. Wie also willst du das Geld zwischen den Projekten aufteilen?
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Und Cory verlinkt dazu dieses: https://mastodon-analytics.com/

Meine Frage: Sind das belastbare Zahlen und gibt es ergänzend einen aktuellen Überblick über die Fediverse-Nutzung insgesamt?

Auf dem Schlachtfeld "Soziale Netzwerke" sind die Frontverläufe jetzt noch einmal stärker in Bewegung gekommen. Wollen wir das Fediverse weiter stärken, ist dazu 2025 bestens geeignet. 100te Millionen Trump-Gegner, die in den SocialMedia-Gefängnissen von Zuckerberg und Musk eingesperrt sind, wären potentielle Ausbrecher und Überläufer. Was müssen wir tun, um ihnen ein leicht verständliches, gut bedienbares und freundliches neues Zuhause im Fediverse zu bauen? Was fehlt bei unserer Struktur, bei unseren Softwaren, bei unserem bisherigen Angebot?

Das bisherige Angebot scheint nicht ausreichend zu sein. Also lasst uns einmal träumen, nachdenken, diskutieren, wie wir dieses einzige von Konzernen und Reichen unabhängige Soziale Netzwerk weiter nach vorne bringen können.
die Gedanken habe ich mir auch schon gemacht, warum für einen Käfigdienst Geld sammeln statt das fedivers zu stärken.

Mit dem geld hätten sie eine weitere Feidverse Software bauen können, die die mastodon umzulänglichkeiten nicht hat oder eins der anderen Textdienste?
@crossgolf_rebel - kostenlose Kwalitätsposts Aber Cory ist für diesen Plan, weil damit ein alternatives Relay zu dem von Bluesky betrieben werden soll. Damit wird ja die Tür des Käfig geöffnet.

/cc @Clemens@digitalcourage.social
das verstehe ich ja, aber es ist auch eine Frage der Kosten. Und wie offen ist das System dann, wenn es nur zwei hauptinstanzen gibt, die auch nur mit Megakosten betrieben werden können

@Clemens@digitalcourage.social
Das Fediverse hat technisch bedingt ein paar Geburtsfehler. Dazu gehört die Verteilung der Beiträge und die Verknüpfung des Usernamens mit dem dazugehörigen Server, auf dem die Daten sind. Das erschwert z.B. den Umzug der eigenen Daten auf andere Server.

Die Struktur von Bluesky erlaubt es, sich zunächst bei beim Platzhirschen anzumelden, um dann ggf. zu einem späteren Zeitpunkt doch lieber woanders hinzugehen - ohne dass es andere überhaupt mitbekommen. Die diversen Umzugstechniken im Fediverse sind alle nur Notbehelfe.

Einiges davon ließe sich mit Geld nachbauen. Im AT-Protocol sorgt AppView dafür, dass alle Server Zugriff auf alle Daten haben. Das könnte nach nachbauen.

BTW: Spannenderweise wäre es sogar technisch möglich, AP in ATP zu kapseln und so deren Infrastruktur für das Fediverse zu nutzen.
@Michael Vogel Immerhin gibt es für dieses Problem schon einen FEP, der sich an der nomadischen Identität orient und beim Mitra-Projekt ist da wohl schon einiges realisiert.

https://codeberg.org/fediverse/fep/src/branch/main/fep/ef61/fep-ef61.md

/cc @ClemensG
Hi @heluecht @clemensg,
> Usernamens mit dem dazugehörigen Server,
wie geht das anders ohne zentrale #Registry?
Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (2 Monate her)
Was verstehst Du in diesem Kontext unter "Registry"?
Hi @heluecht @clemensg,
den Dienst, der aus einem Namen eine Service Adresse macht.

P.S.: Grüße nach Hamburg!
Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (2 Monate her)
Bluesky-Profile haben eine eindeutige DID, die in einem zentralen Verzeichnis abgelegt ist. Es gibt für das Fediverse ein FEP, das auch DIDs verwendet, da habe ich aber noch nicht in aller Tiefe reingeschaut.

Für einen AppView-ähnlichen Service müsste man mit speziellen Relay-Servern arbeiten. Technisch sollte dies nicht wirklich ein großes Problem sein, man müsste nur mal die Leute, die die Server im Fediverse betreiben, unter einen Hut bekommen.
Kann man diese Relay-Server so ein wenig mit dem Domain Name Service (DNS) im Internet vergleichen? Und die Kritik am Fediverse so ein wenig mit derjenigen von Leuten, die keine nackte IP-Adressen aufrufen wollen, sondern Domainnamen?
@mro @clemensg
Nicht ganz. Relay-Server sind dazu gedacht, Beiträge zu verbreiten. Das mit dem DNS wäre eher mit einem Verzeichnis aller Accounts zu vergleichen.
OK, verstehe. Nur verbreiten, oder auch selber speichern? Denn wenn sie alles selber speichern müssen, müssen das natürlich ziemlich große und hochperformante Systeme sein.
@mro @clemensg
Diese System müssen auch zumindest die Metadaten speichern um zu wissen, welche Server welche Beiträge bekommen sollen.
Ob ich solchen zentralen Instanzen vertrauen würde weiß ich nicht.
Das wären keine zentrale Instanzen. Das wären Relay-Server, die Beiträge weiterverteilen. Und wenn jeder Beitrag signiert ist, kann da niemand etwas unterschieben. Und wenn das nur zusätzlich ist, kann das Fediverse auch bei einem Ausfall locker weiter laufen.
Wie verstehst Du in diesem Kontext "Honeypot"?
Das wären ganz einfach nur die normalen (öffentlichen) Beiträge, die sowieso überall rumliegen und abrufbar sind. Und tatsächlich müssten auch nicht die kompletten Beiträge dort liegen, sondern nur deren Metadaten, da sie nur für die Verteilung auf dem System sein müssten und danach gelöscht werden könnten.
@Michael Vogel
OK. Also ein riesiges Nachschlagewerk, dass lediglich die Kenntnis darüber hat, wo sich ein Beitrag befindet, der dann abgerufen werden kann.

@Lasse Gismo - 🇮🇱🇺🇦🇸🇩 @Marcus Rohrmoser 🌻 @ClemensG @Stefan Münz
Ist mir technisch schon klar, Bedenken habe ich jedoch bzgl. der Metadaten - wer mit wem und wann und wie oft.
@Lasse Gismo - 🇮🇱🇺🇦🇸🇩
Wenn ich es richtig verstanden habe, dann sind nicht diese Datenarten gemeint. Die würden dort nicht gespeichert, weil nicht relevant.

Es geht darum einen Thread zu vervollständigen, unabhängig davon, ob dein und der entfernte Server im direkten Kontakt stehen

@Michael Vogel @Marcus Rohrmoser 🌻 @ClemensG @Stefan Münz